4 Wochen sind um und damit meine Zeit als Freiwilliger auch.
Ich sitze gerade vor einem PC in vermutlich einem der besten Hostels Europa in Coimbra und das sage ich jetzt nicht nur so weil ich so lange abseits der Zivilisation war.
Ich rede von einem Hostel, das in einem Gebäude untergebracht ist, das vorher das Musikkonservatorium der Stadt war. Sehr geil!
Viel Zeit habe ich leider auch nicht, weil ich in einer Stunde auschecken muss und da ich mein Handy noch nicht wiederhabe, versuche ich die Stunde gut zu nutzen und möglichst viel Informationen in möglichst wenig Zeit unterzubringen.
Also bitte nicht zu sehr auf Form und Grammatik achten ! :D
Erstmal ein Fazit zur Freiwilligenarbeit auf der Farm:
Im Rückblick hat mir die Zeit sehr gefallen. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, einiges über mich und die Welt gelernt und alles in Allem den Lebensstil dort sehr genossen.
Die Tage laufen auf der Farm eigentlich ziemlich geordnet ab.
Um halb 8 gibt es Frühstück, um 8 beginnt die Arbeit. Gegen halb 11 wird eine Kaffeepause gemacht und um ungefähr eins gibt es Mittagessen. Anschliessend wird sich noch um kleinere "Haushaltsarbeiten" gekümmert, ab 3 Uhr hat man dann den Rest des Tages für sich.
Die Arbeit ist eigentlich ziemlich abwechslungsreich. Da man ja auf einer Farm ist, gibt es natürlich Standardarbeiten, wie Unkraut rupfen, Beete umgraben, Beete besäen, Beete wässern, aber auch Ziegen- oder Meerschweinchenfutter sammeln. Das sind die Dinge,
die immer zu tun sind. Es gab aber auch ein größeres Projekt an dem ich mich beteilgt habe.
Wegen irgendwelcher Brandschutzverordnungen musste der Nachbar auf seinem Land haufenweise relativ junge Weidenbäume fällen und verbrennen. Andrea und Jeorun, die Besitzer der Farm, hatten aber einen Verwendungszweck für das Holz. Also wurden tonnenweise abgesägte Bäume (möglicherweise übertrieben) auf dem Nachbarsfeld zurückgelassen, die wir dann zusammensammeln und auf die Farm bringen durften. Dort wurden sie dann mit so einer Art Sicheln von uns "rasiert", das heisst die Äste wurden von den Stämmen abgehackt.
Die abgehackten Äste wurden dann in gross und klein sortiert und entsprechend gestapelt.
Aus dem Material haben wir dann zur Verstärkung des Maschendrahtzauns des Tierstalls einen Naturzaun "geflechtet".
Mit einer schwerem Eisenstange wurden Löcher in die Erde gestampft. Dort wurden dann die jungen Weidenstämme reingesteckt und festgestampft. Im letzten Schritt haben wir dann die Unmengen von dünnen Ästen zwischen den Stämmen hindurch geflechtet.
Und am Ende stand da ein überraschend stabiler Zaun aus nichts als Weide. Ich finde es sieht auch ziemlich gut aus, Bilder kommen noch!
Mit dem ganzen Projekt von Anfang bis Ende waren wir, bei im Schnitt 3 Leuten pro Tag, 2 bis 3 Wochen beschäftigt.
Was ich daran besonders toll fand, war wie man sehen konnte, dass man etwas verändert hat.
Klassische Beetarbeiten oder Essensbeschaffungsarbeiten sind notwendig, aber nicht sehr befriedigend. Das Gefuehl, vor so einem Langzeitprojekt zu stehen und sich sagen zu koennen, "das hast du mit deinen eigenen Haenden geschaffen" ist die ganze Arbeit, die besonders bei Regen ziemlich ungemuetlich werden kann, definitiv wert!
Ich gucke jetzt auf die Uhr und sehe, dass ich in 10 Minuten auschecken muss und noch nicht gepackt habe. Alles weitere, was ich noch zu der Frewilligenarbeit auf "casalinho" sagen moechte muss ich dann wohl leider auf den naechsten Blogeintrag verschieben ..
Meine ersten par Tage abseits der Farm habe ich uebrigens in Coimbra, der groessten Stundenstadt Portugals verbracht (dazu wann anders mehr). Heute fahre ich nach Viseu und von da nach Covilha, wo ich hoffentlich mich Handy wiederkriege. Das naechste Ziel heisst dann Porto aber ich denke bis dahin wird sich mir noch eine Gelegenheit bieten, etwas zu schreiben!
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