Grüsst euch!
Das letzte mal habe ich aus einer Bibliothek in einer kleinen Stadt in Westportugal geschrieben, jetzt bin ich schon wieder fast 2000 Kilometer woanders. Aber dazu später mehr.
Ich bin den nächsten Tag nach Plan weiter die Küste entlang nach Norden gelaufen und habe am Ende des Tages dann eine Touristenstadt namens Esposende erreicht.
Die Sonne hat ohne Ende geschienen und ich bin wieder den ganzen Tag unterwegs gewesen, deshalb war ich bei der Ankunft komplett erschöpft und mir tat alles weh.
Als ich dann auf Nachfrage in einer Bar erfahren habe, dass es keine Hostels in der Stadt gibt, brauchte ich erstmal eine Pause. Mein Budget pro Nacht waren unter 20 Euro und das angeblich billigste Hotel der Stadt kostete 40.
Mit der Laune am Ende habe ich mich dann auf eine Bank mitten in der Stadt gesetzt um erstmal durchzuatmen. Nach 2 Minuten kam ein Taxifahrer auf mich zu und fragte mich, ob alles in Ordnung sei. Wie sich rausstellte, wohnte er direkt bei der Stadt, die das Ziel für den nächsten Tag war und wollte mich deswegen für nur 15 Euro mitnehmen und kannte auch noch eine billige Herberge für Pilger, zu der er mich dann auch direkt hingefahren hat.
Anschliessend hat er mir noch seine Telefonnummer für Notfälle dagelassen und sich nett verabschiedet... Wenn man es am Wenigsten erwartet. Was für ein geiler Typ!
Besagte Stadt, Viana do Castelo, war eine tolle Stadt, groß, schön und mit einer Seite am Meer und mit der anderen an einem Fluß.
Leider habe ich das alles nur von Bildern erfahren, da ich von der Stadt außer der Herberge und einem Spaziergang zu einem Restaurant nichts gesehen habe.
Denn am nächsten morgen, bereit, die Stadt zu besichtigen, bin ich mit einem Hörsturz aufgewacht. Das klingt dramatischer als es ist, weil ich schon mehrere Hörstürze hatte und mein Ohr sich jedes Mal wieder ganz gut erholt hat, aber ich habe dann beschlossen meinen Trip abzukürzen und ein par Tage später zurück nach Deutschland zu fliegen.
Das ist natürlich irgendwie scheisse, aber es hat dazu geführt, dass ich einen alten Freund zufällig an einem Ort getroffen habe, an dem ich sonst wahrscheinlich nie gewesen wäre.
Etwas übereilt und mit leichter Panik habe ich mir von (mal wieder) einer Bibliothek in Viana do Castelo einen Flug aus Madrid gebucht (war einfach am Billigsten) und direkt den einzigen Öffentlichen-Transport-Weg mit; per Bus zurück nach Coimbra, dann einen Nachtzug nach Madrid.
Der Bustrip nach Coimbra beinhaltete außerdem einen Umstieg in Porto.
Ich muss schon sagen, es ist ziemlich frustrierend, zweieinhalb Tage wie ein bekloppter zu Fuß Stunde um Stunde um Stunde zu laufen, mehrmals gefühlt in Todesgefahr zu schweben, um dann einen Bus für ca. 12 Euro zu buchen, der einen in weniger als 2 Stunden dahinzurück bringt, wo man hergekommen ist..
Dieses kleine Tief geriet aber schnell in Vergessenheit als ich feststellte, dass der Nachtzug von Coimbra nach Madrid gemütliche 10 Stunden braucht und ich einen Sitzplatz gebucht hatte. Auf denen man (ich) bekanntermaßen nicht den effektivsten Schlaf kriegt.
Ich war also um 8 Uhr am nächsten Tag in Madrid ohne wirklich geschlafen zu haben.
Dort wartete aber das Glück im Unglück der Abkürzung meines Trips auf mich:
Ein alter brasilianischer Freund von mir aus Mexiko (für die, die es nicht wissen, ich habe 2011/2012 ein Jahr in Mexiko verbracht) war gerade auch dort, wie ich zufälligerweise über Facebook rausgekriegt hatte!
Also konnte ich noch zwei sehr lässige Tage (abgesehen von den Ereignissen in München) in Madrid verbringen und das bei besten Vorraussetzungen: Genialem Wetter und der Gemeinschaft eines alten Kumpels!
Mittlerweile bin ich also, wie vorhin angesprochen, wieder zuhause, bereue es aber aus genannten Gründen nicht, meinen Trip abgekürzt zu haben. Ich habe haufenweise interessante und nette Leute kennengelernt, tolle Orte gesehen und Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, die alle schwierigen Momente der Reise definitiv wert sind!
Also an alle die mit dem Gedanken spielen, etwas ähnliches wie ich zu machen, kommt im Folgenden eine detaillierte Liste mit Dingen die ich empfehlen würde, aber auch solchen von denen ich abraten würde:
Freiwilligenarbeit auf ausländischen Farms/Projekten: Machen!
Alleine Reisen: Machen!
Damit schliesse ich meinen Blog, hoffe, dass es euch gefallen hat und eure Stirn nicht zu sehr unter regelmäßigen Facepalms wegen missglückten Versuchen meinerseits, witzig zu sein, gelitten hat. Also viel Spaß dabei, die Welt zu erkunden!
Zum Schluss noch Bilder meines verkürzten Wandertrips an der Küste und von Madrid!